Die Westermann-Zeitschrift „Grundschule“ feiert 50. Geburtstag

Vor 50 Jahren erschien bei Westermann die Startausgabe der Zeitschrift „Grundschule“. Als erste eigenständige Zeitschrift für Grundschullehrkräfte und -didaktiker war sie in den 1960er Jahren das wichtigste Organ für die Diskussion der damals anstehenden Bildungsreformen. Bis heute gibt sie Lehrerinnen und Lehrern Hilfestellungen im Schulalltag. Damit ist die „Grundschule“ auch ein Spiegel der Grundschulpädagogik von 1967 an – und zeigt, wie aktuell einige der damaligen Themen heute noch sind.

Gründer der „Grundschule“ war der Lehrer und Lehrerausbilder Erwin Schwartz. Bis zum Ende der 1980er Jahre gab er die Zeitschrift bei Westermann, der heutigen Westermann Gruppe, heraus. Schwartz hatte 1966 als Erster den zu dieser Zeit neuen Lehrstuhl für Grundschulpädagogik in Frankfurt inne und setzte sich energisch für Grundschulreformen ein. Noch immer wird die „Grundschule“ von der Redaktion Fachzeitschriften in der Westermann Gruppe und einem wissenschaftlichen Beirat erarbeitet.

Die Inhalte der „Grundschule“ haben sich geändert – die Relevanz ist geblieben. Einige Themen, die vor 50 Jahren die bildungspolitische Diskussion bestimmten, sind allerdings immer noch aktuell und werden in der Zeitschrift aufgegriffen: Chancengleichheit für alle Kinder, differenzierendes Lehren und Lernen oder auch die Lehrerausbildung.

In den 1960er Jahren standen besonders die Grundschulen im ländlichen Raum wegen ihrer „Rückständigkeit“ in der Kritik. Die Grundschule sollte fortan nicht mehr „Schonraum“ für die natürliche Reifung der Kinder sein, sondern aktiv auf Bildung und Erziehung hinwirken. In den 1970er Jahren vertraten Pädagogen sogar die Ansicht, dass Kinder an wissenschaftliche Denkweisen herangeführt und so auf die herrschende „Leistungsgesellschaft“ vorbereitet werden müssten. Neue Methoden wie die Mengenlehre hielten Einzug in den Unterricht. Gleichzeitig entwickelten sich Gegenbewegungen, die für offene Lernformen und „entdeckendes Lernen“ standen. Sie gewannen in den Folgejahren zunehmend an Bedeutung. Initiativen zur Inklusion entstanden, ein besonderes Augenmerk richteten Erwin Schwartz und andere Pädagogen auch auf die Integration von „Gastarbeiterkindern“. Außerdem trat „Umwelterziehung“ auf den Plan.

Heute bestimmen vor allem die Inklusion von Menschen mit Behinderungen und die Unterrichtsgestaltung mit Kindern sehr unterschiedlichen Leistungsniveaus die bildungspolitische Diskussion – nachzulesen in den aktuellen Heften der „Grundschule“.

www.die-grundschule.de/jubilaeum